Mittwoch, 8. September 2021

Sommerpost 2021

"Wir schöpfen unser eigenes Papier! Beschäftigen uns mit Pulpe, Cellulose und Einschlüssen. Nicht nur das! Wir geben dem Papier eine individuelle Geschichte mit auf dem Weg: wir schöpfen unseren persönlichen Sommer mit ein. Finden zarte und helle Farbtöne, streuen unsere Lieblings-Sommermomente mit in die Pulpe." So beschreiben Michaela und Tabea ihr diesjähriges Thema für die Sommerpost. Papier habe ich schon öfter selbst geschöpft, in der Schule und in Kursen bei John Gerard in der Eifeltormühle. Hier sind einige Beispiele von Papieren zu sehen, die ich in seiner Werkstatt in der Pulp-Painting-Technik geschöpft habe. 

Ein Thema zu finden war gar nicht so einfach, aber schließlich entschied ich mich für Zitrusfrüchte: feine Limette, frischgrüne Zitrone und getupfte Blutorange.

Die Limette ist feiner und dünner, die Blutorange fester und grober.

Eine weitere Vorgabe war eine Banderole, die die drei Blätter zusammenhalten sollte. Ich habe dafür einen Zitronenstempel geschnitzt und als Zugabe ein kleines Aquarell gemalt.

 
Auch der Umschlag bekam Zitronenstempel ab. Leider habe ich die Birne auf der Briefmarke zu spät entdeckt. Fontanes Gedicht als Inspiration wäre auch eine gute Idee gewesen.

Und hier sind alle meine wunderbaren Sommerpostpapiere zu sehen - herzlichen Dank dafür!


Und natürlich auch ein großes Dankeschön an Michaela und Tabea, die immer wieder neue Ideen für diese Mail-Art-Aktion haben! Dort sind auch viele andere Ergebnisse zu bewundern.


Samstag, 31. Juli 2021

12tel Blick und Monatscollage im Juli

Das Fotoprojekt von Eva : 12x im Jahr ein Foto, immer vom gleichen Standort aufgenommen. Meiner ist auf einer kleinen Brücke im Mediapark Köln mit Blick auf den Fernsehturm und auf die Enten- und Gänsevögel.


Dieses Mal habe ich schöneres Licht erwischt als im Juni. 


Um das ganze Getier zu sehen, war es zu spät; nächstes Mal will ich den Blick am frühen Morgen aufnehmen.

Und wie immer folgt meine geklebte Monatscollage, die Birgitt hier sammelt.

* * *Nach Siegen zu meiner Freundin gefahren und Papier geschöpft *  Wieder beim Griechen im Rheinauhafen den Sommer gefeiert * mit Freunden um ihr Haus in einem Hochwassergebiet gebangt * Blätter für mein Zaubergartenbuch konserviert * netten Besuch vom WDR gehabt * ein Haus für eine Herbstreise gebucht * Doppelkopf gespielt * wunderbare Sommerpost bekommen



Samstag, 24. Juli 2021

Zaubergarten - Ein Buch über das Abbilden von Pflanzen # 2

Pflanzendrucke, Frottagen und Sonnendrucke aus meinem Workshop "Zaubergarten" hatte ich bereits hier gezeigt, nun geht es um Drucke auf der Gelliplatte und mit der Nudelmaschine und um fehlgeschlagene Drucke mir SolarFast.

 

Gellidrucke machen keine Probleme und man kriegt meistens gute Ergebnisse. Auf Instagram zeige ich auf einem Video zu sehen, wie diese Drucke entstanden sind.

 

In der Anleitung gibt es auch ein Kapitel zum sogenannten Leaf Hammering. Dabei werden die Blätter auf Papier gelegt, mit Backpapier bedeckt und die Pflanzen durch Hämmern übertragen. Ich dachte mir, dass ich das auch einfacher (und leiser) haben könnte und drehte die Blätter, zwischen zwei Lagen Papier gelegt, durch die Nudelmaschine.

Erstaunlich, wie gut die Blätter und Blüten auf dem Papier abgebildet sind.

 

Allerdings sind die Farben schon nach kurzer Zeit ziemlich ausgeblichen.


Die SolarFast-Technik habe ich auf unterschiedlichen Papieren ausprobiert. Im Workshop-Paket war neben der Farbe auch eine sehr schöne Schablone, Gingko-Blätter in Negativ- und Positivform. Die spezielle Farbe wird auf das Papier aufgetragen, mit der Folie und anschließend mit einer Glasscheibe bedeckt und in die Sonne gelegt. Das UV-Licht dringt durch die transparenten Bereiche, wodurch die Farbe dunkler wird. Die schwarzen Bereiche halten das Licht ab und bleiben hell.

Ich war aber nicht zufrieden mit meinen Ergebnissen. Die Pinselstriche waren auch nach dem Ausspülen noch zu sehen und der Farbkontrast war auch nicht so, wie ich es mit vorgestellt hatte. Dann dachte ich, dass ich zu wenig Farbe aufgetragen hätte und versuchte es mit einer dickeren Schicht (wovor in der Anleitung allerdings gewarnt wurde). Stimmt - das geht gar nicht. Vielleicht kriege ich ja noch heraus, was ich da falsch gemacht habe..... außerdem will ich die Technik mal auf Stoff ausprobieren, da soll es besser funktionieren. Ein paar Stoffseiten kann ich ja auch in das Buch einbinden.

Erfreulicher fand ich die Ergebnisse nach der "Nachbearbeitung". Da konnte ich mich richtig austoben.

 

Hier eine Collage aus Hortensienblättern (auf der Gelliplate gedruckt).






Zum Schluss eine Doppelseite mit Gelli- und Sonnendrucken und Seidenpapier. Nun muss ich noch das Pflanzenkonservieren mit Acrylfarbe auf Seidenorganza, das Einbinden gepresster Blätter und das Drucken mit SolarFast auf Stoff ausprobieren. Und dann müssen alle Pflanzen mit ihrem lateinischen Namen beschriftet und ein Buch gebunden werden. Wenn es fertig ist, gibt es auch einen Blogpost dazu.




Mittwoch, 30. Juni 2021

12tel Blick und Monatskalender im Juni

Für meinen 12tel Blick hatte ich dieses Mal kein Fotografier-Glück. Ganz früh hinzufahren hatte ich keine Lust, den ganzen Tag schien die Sonne und abends hatte ich keine Zeit, um auf den Sonnenuntergang zu warten. Mehrere Versuche (alle innerhalb einer halben Stunde aufgenommen) brachten keine guten Ergebnisse.....


...aber so ist das eben manchmal. Ich entschied mich dann für ein Bild, auf dem man wenigstens die kleine Insel deutlich erkennen kann.

Auch die Brücke ist nicht zu erkennen, dafür gibt es zusätzlich drei Fotos aus einer anderen Perspektive. Alles zusammen schicke ich wie immer an Eva.

Für Birgitts Sammlung zum Schluss noch meine Monatscollage.


* endlich wieder im Künstlerbedarf einkaufen * zum 2. Mal geimpft * Urlaubspläne gemacht * im Museum Ludwig die Andy Warhol Ausstellung besucht * zwei neue Bücher angefangen * Gemüse und Kräuter auf dem Balkon geerntet * viele Sonnendrucke gemacht  * Essen beim Chinesen (ich warte immer noch auf die Entdeckung:-) *


Dienstag, 29. Juni 2021

Zaubergarten - ein Buch über das Abbilden von Pflanzen

Blätter und Blüten gibt es bei mir eher selten als Motiv, aber als ich den Workshop "Zaubergarten" bei Jeromin entdeckte, bei dem es um verschiedene Techniken zum Abbilden von Pflanzen geht, habe ich zugegriffen.

Angefangen habe ich mit dem sogenannten Pflanzenselbstdruck, bei dem ich frische und gepresste Blätter zum Abdrucken und als Schablone verwendet habe. Mit Ölfarbe bekommt man wohl die detailreichsten Ergebnisse, aber die habe ich ausnahmsweise nicht zuhause und wollte sie auch nicht kaufen; ich habe Acrylfarbe und Gouache genommen.

Die Blätter habe ich vorsichtig mit der Rolle eingefärbt und auf vorher eingefärbtes Papier gedruckt.
 

Ein Tomatenblatt im Direktdruck und Thymian als Schablone.

Das Blatt von der Glyzinie hatte ich auf zu dünnes Papier gedruckt und musste es ausschneiden und auf eine andere Seite aufkleben. 

Es gefällt mir sowieso besser, die Seiten noch weiter zu Collagen zu verarbeiten - hier eine Frottage auf Seidenpapier, die ich später auf eine andere Seite geklebt habe.

Dann war eine meiner Lieblingstechniken dran, der Sonnendruck.


Bei dem schönen Wetter ging das ganz schnell. Papier unter Wasser halten, flüssige Seidenmalfarbe darauftropfen, Blatt auflegen und trocknen lassen (und hoffen, dass der Wind es nicht wegweht).



 

Hier kommen Sonnendruck, Frottage und Direktdruck zusammen.

Über meine Erfahrungen mit Transferdruck, das Konservieren mit Acrylfarbe und weiteren Techniken berichte ich später.



Montag, 31. Mai 2021

12tel Blick und Monatscollage im Mai

Der 12tel Blick: Jeden Monat vom selben Standpunkt aus fotografiert zeigt der Blick die Veränderungen während des ganzen Jahres. Mein Motiv liegt im Mediapark in Köln, wo es einen kleinen See und eine Menge Getier zu beobachten gibt.

Endlich wieder ein Foto bei gutem Wetter! Der Fernsehturm ist hinter all dem Grün fast nicht mehr zu sehen und der Schwan liegt nicht wie sonst versteckt im Schilf, sondern zieht seine Runden um die Insel.

Die Enten und Gänse waren wieder neugierig und ließen sich sogar die Füße fotografieren - ein toller Anblick, finde ich.

Und zum Schluss wie immer meine Monatscollage für Birgitts Sammlung.


Post aus dem In- und Ausland * dauernd beim Testen * wieder im Sharity-Shop gearbeitet  * viele Collagen geklebt * Besuch von meiner Freundin * aus der Frühlingspost ein Buch gebunden




Montag, 10. Mai 2021

Frühlingspost 2021 - das Collagrafie-Abenteuer

Dreimal im Jahr gibt es das Mail-Art-Projekt beim Postkunstwerk. Michaela und Tabea haben sich für die Frühlingspost die Collagrafie-Technik ausgesucht - auf einem in der Mitte gefalteten  A3-Blatt sollten vier Seiten zum Thema Insekt gestaltet werden. Die etwas abenteuerliche Entstehung meiner Insektendrucke zeige ich hier ausführlich- man braucht also ein wenig Geduld beim Lesen. 

Den Begriff Collagrafie kannte ich bisher nicht, allerdings habe ich oft mit meinen Schüler*innen ähnliches im Unterricht gemacht. Verschiedene Dinge auf einen Untergrund geklebt, mit Farbe bestrichen und abgedruckt. Wir nannten das Materialdruck. Und das ist es auch.

Bei dieser Technik werden Gegenstände auf einen Untergrund geklebt (ich habe auch mit der Heißklebepistole ein Insekt "gezeichnet"), zweifach lackiert, damit er sich bei mehrfachem Drucken nicht auflöst, mit Farbe eingewalzt oder betupft und dann mit einem feuchten Papier bedeckt. Damit der Abdruck gut auf das Papier übertragen wird, muss man es sorgfältig andrücken.

Wichtig ist die richtige Papierwahl in richtigem Zustand - nicht zu feucht und nicht zu trocken. Diese Abdrücke fielen schon mal durch, die Strukturen waren undeutlich, die Farbe gefiel mir nicht und man sah man zu viele Flecken auf dem Hintergrund. Nach einigen weiteren Versuchen beschloss ich, nur das Insekt ohne Hintergrund zu drucken. Das Zusammenkleben der einzelnen Pappstücke war dann ziemlich mühsam, aber das Insekt hielt sich nach der Lackierung und dem Drucken gut.

Weil meine Schränke voll mit Papier sind, wollte ich auf keinen Fall neues zum Drucken kaufen. Allerdings war die Auswahl an A3-Papieren dann doch sehr übersichtlich und es kam nur ein festes, 250g schweres in Frage.


Ich grundierte die Papiere und legte los mit dem Drucken der Titelseiten. Unten das Ergebnis, naja.... das Tier sah aus, als hätte es Hörner. Ich wollte zwar eine neue Gattung erfinden - der Name stand schon fest ("carabus posterius", der Frühlingpostkäfer) - aber so sollte er wirklich nicht aussehen! Ich musste mir etwas anderes einfallen lassen.

Also schnitt ich die Beine und die Hörner, nein, die Fühler ab und probierte, ob vielleicht ein Posthorn passen könnte.....

Schließlich baute ich aber schmale Beinchen und Fühler aus einem Bindfaden an. Nun musste ich nur noch einen Weg finden, die Hörnerinsekten auf den Titelseiten zu ersetzen. Glücklicherweise hatte ich noch Seidenpapier, das sich mit großer Vorsicht ganz gut bedrucken ließ. Ich habe Linoldruckfarbe mit ein wenig Gouache gemischt und mit einem großen Tupfer aufgetragen.

Das Seidenpapier habe ich nach dem Trocknen über die verunglückten Käfer geklebt, nachdem ich sie vorher mit weißer Farbe überstrichen hatte. Die so entstandenen Strukturen gefielen mir ganz gut.

Auf die Innenseiten kamen Text und Insektenstempel. Und weil es so gut mit dem Drucken auf Seidenpapier klappte, entstand noch ein kleineres, fliegendes Exemplar für die vierte Seite.

Was für ein Glück, dass ich erst als Letzte dran war, andernfalls hätte ich bestimmt ziemlichen Stress bekommen. So konnte ich sogar noch einen Stempel für Postkarten scnhitzen.

und meine Briefe pünktlich verschicken.

Inzwischen sind ganz wunderbare Insekten bei mir eingetroffen, die ich bereits auf Instagram gezeigt habe. Herzlichen Dank für alle Tausch- und Extrapöste und an die Organisatorinnen Michaela und Tabea! Bei Instagram sind viele tolle Beispiele der über 200 Teilnehmerinnen zu sehen unter #frühlingspost2021  #postkunstwerk