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Samstag, 24. Juli 2021

Zaubergarten - Ein Buch über das Abbilden von Pflanzen # 2

Pflanzendrucke, Frottagen und Sonnendrucke aus meinem Workshop "Zaubergarten" hatte ich bereits hier gezeigt, nun geht es um Drucke auf der Gelliplatte und mit der Nudelmaschine und um fehlgeschlagene Drucke mir SolarFast.

 

Gellidrucke machen keine Probleme und man kriegt meistens gute Ergebnisse. Auf Instagram zeige ich auf einem Video zu sehen, wie diese Drucke entstanden sind.

 

In der Anleitung gibt es auch ein Kapitel zum sogenannten Leaf Hammering. Dabei werden die Blätter auf Papier gelegt, mit Backpapier bedeckt und die Pflanzen durch Hämmern übertragen. Ich dachte mir, dass ich das auch einfacher (und leiser) haben könnte und drehte die Blätter, zwischen zwei Lagen Papier gelegt, durch die Nudelmaschine.

Erstaunlich, wie gut die Blätter und Blüten auf dem Papier abgebildet sind.

 

Allerdings sind die Farben schon nach kurzer Zeit ziemlich ausgeblichen.


Die SolarFast-Technik habe ich auf unterschiedlichen Papieren ausprobiert. Im Workshop-Paket war neben der Farbe auch eine sehr schöne Schablone, Gingko-Blätter in Negativ- und Positivform. Die spezielle Farbe wird auf das Papier aufgetragen, mit der Folie und anschließend mit einer Glasscheibe bedeckt und in die Sonne gelegt. Das UV-Licht dringt durch die transparenten Bereiche, wodurch die Farbe dunkler wird. Die schwarzen Bereiche halten das Licht ab und bleiben hell.

Ich war aber nicht zufrieden mit meinen Ergebnissen. Die Pinselstriche waren auch nach dem Ausspülen noch zu sehen und der Farbkontrast war auch nicht so, wie ich es mit vorgestellt hatte. Dann dachte ich, dass ich zu wenig Farbe aufgetragen hätte und versuchte es mit einer dickeren Schicht (wovor in der Anleitung allerdings gewarnt wurde). Stimmt - das geht gar nicht. Vielleicht kriege ich ja noch heraus, was ich da falsch gemacht habe..... außerdem will ich die Technik mal auf Stoff ausprobieren, da soll es besser funktionieren. Ein paar Stoffseiten kann ich ja auch in das Buch einbinden.

Erfreulicher fand ich die Ergebnisse nach der "Nachbearbeitung". Da konnte ich mich richtig austoben.

 

Hier eine Collage aus Hortensienblättern (auf der Gelliplate gedruckt).






Zum Schluss eine Doppelseite mit Gelli- und Sonnendrucken und Seidenpapier. Nun muss ich noch das Pflanzenkonservieren mit Acrylfarbe auf Seidenorganza, das Einbinden gepresster Blätter und das Drucken mit SolarFast auf Stoff ausprobieren. Und dann müssen alle Pflanzen mit ihrem lateinischen Namen beschriftet und ein Buch gebunden werden. Wenn es fertig ist, gibt es auch einen Blogpost dazu.




Dienstag, 29. Juni 2021

Zaubergarten - ein Buch über das Abbilden von Pflanzen

Blätter und Blüten gibt es bei mir eher selten als Motiv, aber als ich den Workshop "Zaubergarten" bei Jeromin entdeckte, bei dem es um verschiedene Techniken zum Abbilden von Pflanzen geht, habe ich zugegriffen.

Angefangen habe ich mit dem sogenannten Pflanzenselbstdruck, bei dem ich frische und gepresste Blätter zum Abdrucken und als Schablone verwendet habe. Mit Ölfarbe bekommt man wohl die detailreichsten Ergebnisse, aber die habe ich ausnahmsweise nicht zuhause und wollte sie auch nicht kaufen; ich habe Acrylfarbe und Gouache genommen.

Die Blätter habe ich vorsichtig mit der Rolle eingefärbt und auf vorher eingefärbtes Papier gedruckt.
 

Ein Tomatenblatt im Direktdruck und Thymian als Schablone.

Das Blatt von der Glyzinie hatte ich auf zu dünnes Papier gedruckt und musste es ausschneiden und auf eine andere Seite aufkleben. 

Es gefällt mir sowieso besser, die Seiten noch weiter zu Collagen zu verarbeiten - hier eine Frottage auf Seidenpapier, die ich später auf eine andere Seite geklebt habe.

Dann war eine meiner Lieblingstechniken dran, der Sonnendruck.


Bei dem schönen Wetter ging das ganz schnell. Papier unter Wasser halten, flüssige Seidenmalfarbe darauftropfen, Blatt auflegen und trocknen lassen (und hoffen, dass der Wind es nicht wegweht).



 

Hier kommen Sonnendruck, Frottage und Direktdruck zusammen.

Über meine Erfahrungen mit Transferdruck, das Konservieren mit Acrylfarbe und weiteren Techniken berichte ich später.



Montag, 10. Mai 2021

Frühlingspost 2021 - das Collagrafie-Abenteuer

Dreimal im Jahr gibt es das Mail-Art-Projekt beim Postkunstwerk. Michaela und Tabea haben sich für die Frühlingspost die Collagrafie-Technik ausgesucht - auf einem in der Mitte gefalteten  A3-Blatt sollten vier Seiten zum Thema Insekt gestaltet werden. Die etwas abenteuerliche Entstehung meiner Insektendrucke zeige ich hier ausführlich- man braucht also ein wenig Geduld beim Lesen. 

Den Begriff Collagrafie kannte ich bisher nicht, allerdings habe ich oft mit meinen Schüler*innen ähnliches im Unterricht gemacht. Verschiedene Dinge auf einen Untergrund geklebt, mit Farbe bestrichen und abgedruckt. Wir nannten das Materialdruck. Und das ist es auch.

Bei dieser Technik werden Gegenstände auf einen Untergrund geklebt (ich habe auch mit der Heißklebepistole ein Insekt "gezeichnet"), zweifach lackiert, damit er sich bei mehrfachem Drucken nicht auflöst, mit Farbe eingewalzt oder betupft und dann mit einem feuchten Papier bedeckt. Damit der Abdruck gut auf das Papier übertragen wird, muss man es sorgfältig andrücken.

Wichtig ist die richtige Papierwahl in richtigem Zustand - nicht zu feucht und nicht zu trocken. Diese Abdrücke fielen schon mal durch, die Strukturen waren undeutlich, die Farbe gefiel mir nicht und man sah man zu viele Flecken auf dem Hintergrund. Nach einigen weiteren Versuchen beschloss ich, nur das Insekt ohne Hintergrund zu drucken. Das Zusammenkleben der einzelnen Pappstücke war dann ziemlich mühsam, aber das Insekt hielt sich nach der Lackierung und dem Drucken gut.

Weil meine Schränke voll mit Papier sind, wollte ich auf keinen Fall neues zum Drucken kaufen. Allerdings war die Auswahl an A3-Papieren dann doch sehr übersichtlich und es kam nur ein festes, 250g schweres in Frage.


Ich grundierte die Papiere und legte los mit dem Drucken der Titelseiten. Unten das Ergebnis, naja.... das Tier sah aus, als hätte es Hörner. Ich wollte zwar eine neue Gattung erfinden - der Name stand schon fest ("carabus posterius", der Frühlingpostkäfer) - aber so sollte er wirklich nicht aussehen! Ich musste mir etwas anderes einfallen lassen.

Also schnitt ich die Beine und die Hörner, nein, die Fühler ab und probierte, ob vielleicht ein Posthorn passen könnte.....

Schließlich baute ich aber schmale Beinchen und Fühler aus einem Bindfaden an. Nun musste ich nur noch einen Weg finden, die Hörnerinsekten auf den Titelseiten zu ersetzen. Glücklicherweise hatte ich noch Seidenpapier, das sich mit großer Vorsicht ganz gut bedrucken ließ. Ich habe Linoldruckfarbe mit ein wenig Gouache gemischt und mit einem großen Tupfer aufgetragen.

Das Seidenpapier habe ich nach dem Trocknen über die verunglückten Käfer geklebt, nachdem ich sie vorher mit weißer Farbe überstrichen hatte. Die so entstandenen Strukturen gefielen mir ganz gut.

Auf die Innenseiten kamen Text und Insektenstempel. Und weil es so gut mit dem Drucken auf Seidenpapier klappte, entstand noch ein kleineres, fliegendes Exemplar für die vierte Seite.

Was für ein Glück, dass ich erst als Letzte dran war, andernfalls hätte ich bestimmt ziemlichen Stress bekommen. So konnte ich sogar noch einen Stempel für Postkarten scnhitzen.

und meine Briefe pünktlich verschicken.

Inzwischen sind ganz wunderbare Insekten bei mir eingetroffen, die ich bereits auf Instagram gezeigt habe. Herzlichen Dank für alle Tausch- und Extrapöste und an die Organisatorinnen Michaela und Tabea! Bei Instagram sind viele tolle Beispiele der über 200 Teilnehmerinnen zu sehen unter #frühlingspost2021  #postkunstwerk



Mittwoch, 30. Dezember 2020

Mittwochsmix im Dezember - Weichgoldenes

Weniger weich, mehr golden ist meine kleine Sammlung für den Mittwochsmix ausgefallen. Im Format 15x15cm sind 6 Seiten mit unterschiedlichen Techniken und unterschiedlichem Material entstanden.

Verschiedene Papiere, Stempel, Schablonen, Oblaten und Goldfarbe aller Art kamen zum Einsatz.

Wirklich weich sind nur der Gardinenstoff und das kleine Stoffstück, mit dem ich meine Arbeitsplatte saubergemacht habe und an dem man erkennt, wie unterschiedlich Gold aussehen kann.


Um mir das Binden zu erparen, habe ich die dritte Seite einfach eingeklebt.















Das war's für dieses Jahr, und wie ich gesehen habe, geht es 2021 weiter mit dem Thema NEU und FOTO. Danke an Michaela und Susanne für diese Aktion, die vor zwei Jahren den Mustermittwoch abgelöst hat, den ich auch sehr geschätzt habe.


Donnerstag, 17. Dezember 2020

Adventspost 2020 - Monotypie - Winterspaziergang

Seit vielen Jahren mache ich mit bei der Adventspost von Michaela und Tabea. Das war so kurz vor Weihnachten immer eine Menge Arbeit, denn es mussten ja 25 Exemplare produziert werden. Dieses Jahr ist alles anders und ich hatte viel Zeit, mich dieser Technik wieder anzunähern, mit der ich mich zum letzten Mal während meines Studiums beschäftigt hatte. Eine Monotypie, ein Glasscheibendruck in Winterfarben zum Thema Winterspaziergang sollte es werden.

Zuerst wollte ich einen leicht strukturierten Untergrund vorbereiten. Dazu habe ich Reste vom "Sanften Morgentau" (Frühlingspost 2018) genommen, auf dem Glas verteilt und Linien mit einem Spritzpinsel hineingewischt.

Mit dem zufällig entstandenen gelben Fleck gefiel mir das schon mal ganz gut. Nachdem ich mehrere Blätter auf diese Weise hergestellt hatte, fiel mir ein, dass die Spuren ja durch das Zeichnen oder Schreiben auf dem Papier entstehen sollten. Dann doch erstmal lieber probieren, wieviel von der Linoldruckfarbe nötig ist, wie fein der Stift zum Durchdrücken sein muss und wie man dicke Flecken vermeidet. Letzteres, indem man sozusagen freischwebend zeichnet, ohne die Handflächen aufzulegen.

Die mit Kuli oder Bleistift gezogenen Spuren waren mir viel zu dunkel und ich hatte immer noch keine Idee für ein passendes Motiv.

Also beschäftigte ich mich wieder mit dem Hintergrund. Ich kleisterte viel Weiß mit ein wenig Blau, Schwarz und Gelb auf die Scheibe, so entstanden Winterlandschaften; vorne Schnee, hinten schneebedeckte Berge und/oder Himmel.


Die Blätter blieben einige Tage liegen und ich schnitt erstmal die Pappen zu und adressierte und frankierte die Karten.


Schließlich fand meine Idee doch den Weg auf das Papier.



Zum Schluss schrieb ich noch ein passendes Haiku 

Winterspaziergang

Spuren in gemischtem Grau

Sehnsucht nach Wärme

und hatte tatsächlich noch über eine Woche Zeit, bevor die Karten zur Post mussten! Inzwischen versammeln sich hier die allerschönsten Karten, einfach toll, dass jeden Tag so wunderbare Post im Briefkasten liegt! Danke an Michaela und Tabea für das Thema, das für mich dieses Jahr eine Herausforderung war (was ich ja sehr mag, einfach ist langweilig, denke ich immer....)



Mittwoch, 25. November 2020

Mittwochsmix im November - Oval und Struktur

Das Novemberthema bei Michaela und Susanne war so ganz nach meinem Geschmack. Strukturen bestimmen ja sowieso alle meine Arbeiten, das Oval ist auch eine schöne Form, bei der man allerdings aufpassen muss, dass keine Ostereier entstehen.

Ich habe mir zuerst aus einem Bogen Kleisterpapier ein kleines Buch gefaltet, in das ich dann die Doppelseiten einheften wollte.

Irgendwie habe ich mich dann nicht an den Kleisterpapierfarben orientiert und es wurde bei mir ausnahmsweise ziemlich bunt.


Hier habe ich Gesso durch eine Schablone gestrichen und später mit einem Schwamm Farbe darübergewischt. Die unregelmäßigen Strukturen gefallen mir gut.

Diese Strukturen entstanden durch zerknittertes Seidenpapier, das ich über die farbigen Ovale geklebt habe, rechts habe ich mit einem wunderbaren (leider ausgeliehenen) Stempel darübergedruckt.


 

Hier habe ich Soft Gel verwendet; auf den glänzenden Ovalen trocknet die Farbe schön unregelmäßig ein.


Die Ovale ganz rechts sind ausgeschnitten, oben sieht man strukturierte Tapete, die ich leicht mit Kreide bestrichen habe. Hier sind alle Ergebnisse des Novemberthemas zu sehen.