Miss Herzfrisch ist zur Stadtentdeckerin geworden. Ab sofort sucht sie nach interessanten Anblicken in ihrer Stadt. Mein erster Beitrag kommt ausnahmsweise vom Land, passt aber schön zum Thema VERWITTERT und gibt mir die Gegegenheit, endlich einmal etwas über den Beginn meiner Fotografierbegeisterung zu berichten. Und ein Industriedenkmal im Bergischen Land vorzustellen, das sehenswert ist.
Diese Tür habe ich vor 1996 in Radevormwald-Dahlerau fotografiert, auf dem Gelände der ehemaligen Tuchfabrik „Johann Wülfing & Sohn“, kurz vor der Schließung. Der Sohn des damaligen Besitzers, ein Kollege von mir, gab uns die Gelegenheit, einen ganzen Tag auf dem Gelände zu bleiben und Bilder zu machen.. Dabei war eine Freundin, mit der ich noch heute regelmäßig zu bestimmten Fotothemen in Köln unterwegs bin.
Schon damals mochte ich die morbiden Motive, suchte nach Verfallenem, Morschem, Rostigem oder Verwildertem, immer in Farbe. Meine Freundin fotografiert bis heute am liebsten Menschen in Schwarzweiß. Eine super Ergänzung. So wie sie oben im Bild Ausschau nach Menschen hielt, interessierte ich mich mehr für den zerfetzten Vorhang am Fenster.
Eine Produktionshalle mit stillgelegten Maschinen.
Riesige Spulen in der Weberei.
Und auch Makroaufnahmen habe ich damal schon gemocht. Leider gab es noch keine Bildbearbeitung - alles ist von 1996 ....
Trotzdem gefielen unsere Ergebnisse und wurden sogar in der Rundschau veröffentlicht. Vielleicht lag es daran, dass wir einen etwas anderen Blick auf die Dinge hatten? Einige unserer Bilder hat das
Tuchmuseum in Lennep gekauft und in einer Ausstellung gezeigt.
Heute befindet sich das
Wülfing Museums in den alten Gebäuden, wo es wechselnde Ausstellungen, Führungen und verschiedene Thementage gibt und die Dampfmaschine immer noch an gleicher Stelle steht. Und als ich vor einiger Zeitmit Schülern dort war, fand ich auch die alte Tür wieder.
Nach diesem Ausflug aufs Land werden die weiteren Entdeckungen aus "meiner" Stadt kommen!